El Salvador |

Kirche ruft Feierjahr 100 Jahre Romero aus

Bildnis des Erzbischofs Oscar Arnulfo Romero in der Kirche San Francisco, El Salvador. Foto: Adveniat/ Pohl.
Bildnis des Erzbischofs Oscar Arnulfo Romero in der Kirche San Francisco, El Salvador. Foto: Adveniat/ Pohl.

Zum 100. Geburtstag des ermordeten Erzbischofs Oscar Arnulfo Romero (1917-1980) feiert die Kirche in El Salvador ein Gedenkjahr für ihren ersten Seligen. Mit einer Messe in der Hauptstadt San Salvador beginnt das zwölf Monate dauernde Jubiläum am Montag, 15. August 2016, wie Erzbischof Jose Luis Escobar Alas vergangene Woche ankündigte.

Zugleich nährte der Romero-Nachfolger in San Salvador die Hoffnung auf eine Heiligsprechung des 1980 erschossenen und 2015 seliggesprochenen Märtyrerbischofs bis August 2017. "Wir hoffen, dass Monsenor Romero am Ende dieses Jubeljahres bereits heiliggesprochen ist", so Alas wörtlich. Gestaltet wird das Festjahr unter anderem von liturgischen Feiern, Kultur- und Sozialaktionen und Wallfahrten.

Einsatz für die Armen

Der am 15. August 1917 geborene Romero wurde im Mai 2015 als Märtyrer seliggesprochen. Die Heiligsprechung liegt nun im Vatikan und hängt von der Bestätigung eines Wunders ab. Am 24. März 1980 war der Erzbischof während eines Gottesdienstes niedergeschossen worden.

Durch seinen Einsatz für die Armen hatte Romero den Hass reaktionärer Kreise auf sich gezogen. Als Auftraggeber des Mordes stehen Militärs im Verdacht; die Hintergründe wurden jedoch nie vollständig geklärt. Im anschließenden Bürgerkrieg zwischen Sicherheitskräften, rechten Todesschwadronen und linksgerichteten Guerillagruppen kamen bis 1992 in El Salvador rund 75.000 Menschen ums Leben.

Tiefe Wunden

Vergangene Wochenende hatte Escobar die Behörden seines Landes aufgerufen, die rechtlichen Bedingungen so zu verändern, dass die Opfer des Bürgerkriegs und ihre Familien endlich Gerechtigkeit erfahren könnten. "Die Wunden der Opfer des Krieges bluten noch immer", wurde der Erzbischof zitiert. Die Vorgänge der Jahre 1980 bis 1982 seien Verbrechen gegen die Menschlichkeit gewesen.

Ebenso gelte es laut Escobar, eine Vergötterung des Geldes, Individualismus, sozialen Ausschluss vieler Menschen sowie eine Straflosigkeit im Land zu bekämpfen; sie seien Gründe für die "Geißel" der überbordenden Gewalt der Gegenwart. Allein im Juli wurden laut offiziellen Angaben 374 gewaltsame Tode in El Salvador registriert; damit kommt es in dem kleinen zentralamerikanischen Land täglich zu numerisch 12,5 Mordfällen.

Quelle: KNA.