Politik, Bolivien |

Kirche: Neue Morales-Kandidatur gefährdet Demokratie

Evo Morales, seit zwölf Jahren Präsident von Bolivien, will erneut kandidieren. Foto: Adveniat/Jürgen Escher

Im Fernsehen wird eine Rede des bolivianischen Präsidenten Evo Morales übertragen. Morales, der das Land seit zwölf Jahren regiert, will erneut kandidieren. Foto: Adveniat/Jürgen Escher

Boliviens Bischöfe verurteilen die Entscheidung des nationalen Wahlgerichts, die erneute Kandidatur von Präsident Evo Morales und Vizepräsident Alvaro Garcia Linera zuzulassen. "Mit dieser Entscheidung hat das Gericht nicht als unabhängige Gewalt agiert", zitierte die Tageszeitung "El Dia" aus einer am Mittwoch, 5. Dezember 2018 (Ortszeit), veröffentlichten Stellungnahme der bolivianischen Bischofskonferenz. Die erneute Kandidatur sei ein Anschlag auf die Basis der Demokratie des südamerikanischen Landes und führe Bolivien in eine ungewisse Zukunft.

Morales, der das Land seit 2006 regiert, hatte vor zwei Jahren eine von seiner sozialistischen Partei initiierte Volksabstimmung knapp verloren, die eine für eine weitere Kandidatur eigentlich notwendige Verfassungsänderung möglich machen sollte. Der Präsident hatte damals mehrmals öffentlich zugesagt, das Ergebnis der Volksabstimmung anzuerkennen. Inzwischen beruft sich der Sozialist allerdings auf eine neue juristische Interpretation, die seine neuerliche Kandidatur ermögliche. Die Opposition wirft Morales vor, das Land in eine Diktatur nach venezolanischem Vorbild führen zu wollen.