Bolivien |

Kirche kritisiert Stimmenkauf bei TIPNIS-Befragung

Die bolivianische Kirche hat die Vorgehensweise der Regierung von Präsident Evo Morales im Rahmen der Befragung über die Zukunft des Nationalparks TIPNIS (Indigenen-Gebiet und Nationalpark Isiboro Sécure) scharf kritisiert. Wie die Tageszeitung Opinion berichtet, werfen die Bischöfe der Regierung vor, indigene Gemeinden mit "Geschenken und Anerkennungen" für ein wohlwollendes Abstimmungsverhalten zu belohnen. In einer Erklärung zeigt sich die Bolivianische Bischofskonferenz besorgt darüber, dass es zu einer Spaltung innerhalb betroffener Gemeinden kommen könnte. Das Verhalten der Regierung bedrohe das friedliche Zusammenleben der Gemeinden in der Region, heißt es in der Stellungnahme mit der Überschrift “Caridad y verdad” (Wohltätigkeit und Wahrheit).

Die Regierung strebe mit dieser Taktik an, den von Präsident Morales favorisierten Bau einer Verbindungsstraße durch den Amazonaswald zwischen Villa Tunari und San Ignacio de Moxos durchzusetzen, kritisieren die Bischöfe. Das Autobahnprojekt durch den Amazonaswald gilt als wichtiges politisches Prestigeprojekt der Regierung.

Der Bau der Straße ist in Bolivien umstritten. Im vergangenen Jahr hatte ein international beachteter Protestmarsch der indigenen Gegner des Projektes einen Stopp der Planungen nach sich gezogen. Präsident Morales gab den Protesten damals nach, das Parlament kassierte die Entscheidung und beschloss eine Befragung seiner Bewohner. (tk)