El Salvador |

Kirche fordert neue Schritte gegen Jugendgewalt

Die katholische Kirche in El Salvador hat nach geglückten Vermittlungsbemühungen mit Jugendbanden weitere Friedensinitiativen gefordert. "Die Kirche hat eine gute Rolle gespielt, aber jetzt ist die Gesellschaft in der Pflicht. Ich will keine falschen Erwartungen schüren, die wir als Kirche nicht erfüllen können", zitiert die Tageszeitung "La Prensa Grafica" (Montag) Erzbischof Jose Luis Escobar Alas von San Salvador. Er lobte dabei die Arbeit von Militärbischof Fabio Colindres. Dessen Engagement hatte im März zu einem Waffenstillstand unter den verfeindeten Mara-Banden geführt.

Erzbischof Escobar unterstrich, die von der Kirche ausgehandelte Waffenruhe habe zwar zu einem spürbaren Rückgang der Mordrate geführt; die Zahl der Vermissten in El Salvador sei aber besorgniserregend angestiegen.

Unter dem Begriff "Mara" wird eine Vielzahl von Banden zusammengefasst, die in Nord- und Mittelamerika agieren. El Salvador gilt als Ursprungsland der Bewegung. Die Mitglieder sind meist durch eine Tätowierung wie "M", "MS" oder die "13" erkennbar, die auf die Zugehörigkeit zu den einzelnen Mara-Gruppen hinweisen.

Allein in El Salvador gibt es nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen bis zu 100.000 Mitglieder dieser gewaltbereiten Gangs, die durch Drogenhandel, Schutzgelderpressung oder Prostitution ihre Einnahmen generieren. El Salvador gilt wegen seiner Mordrate von 62 Morden auf 100.000 Einwohner als eines der gefährlichsten Länder der Welt. Laut UN-Angaben sterben dort im Schnitt täglich zwölf Menschen durch Gewalt.

Quelle: KNA