Kolumbien |

Kirche fordert höheres Tempo bei Friedensverhandlungen

Kardinal Ruben Salazar Gomez hat die kolumbianische Regierung und die Guerilla-Organisation Farc aufgefordert, ein höheres Tempo bei den Friedensverhandlungen in der kubanischen Hauptstadt Havanna anzuschlagen. "Diese Art von Entscheidungen, den Dialog zu unterbrechen und wieder aufzunehmen, hat unzweifelhaft einen Einfluss auf die Verhandlungsführer. Aber ich interpretiere den Willen der Kolumbianer so, zu sagen, dass wir fordern, dass der Dialog fortgesetzt wird und zwar mit einem größeren Tempo", sagte der Erzbischof von Bogota bei einer Pressekonferenz am Montag, 30. September, in der kolumbianischen Hauptstadt. Manchmal erscheine ihm das Tempo der Gespräche als schrecklich langsam, so der Vorsitzende der kolumbianischen Bischofskonferenz weiter. "Als Kirche sind wir absolut davon überzeugt, dass der bewaffnete Konflikt nur auf einem Verhandlungswege und einem Dialog beendet werden kann. Und deshalb ist es notwendig, dass der Prozess weitergeht, mit einem wahren, authentischen Willen zu einem Frieden und zwar auf Seiten der Regierung und der Farc."

Mitte Oktober 2012 hatten die Friedensgespräche in Oslo zwischen der Regierung und der Farc begonnen und werden seitdem in Etappen in Havanna fortgesetzt. Kolumbiens Unterhändler stellten in Aussicht, die FARC nach einer Einigung als politische Partei anzuerkennen. Der Dialog diene nicht dazu, den bewaffneten Konflikt im Lande zu verlängern, sondern zu beenden.

Die FARC entstand 1964. Mit rund 9.200 Kämpferinnen und Kämpfern ist sie die größte lateinamerikanische Rebellenorganisation. Ihr werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die Europäische Union stuft sie als Terror-Organisation ein. Neben der Farc sind auch rechtsgerichtete Paramilitärs für schwere Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien verantwortlich. (TK)