Argentinien |

Kirche fordert Ende des geduldeten Drogenhandels

Die katholische Kirche in Argentinien hat ein Ende des gesellschaftlich geduldeten Drogenhandels gefordert. Die argentinischen Kinder würden mittlerweile mit einer Selbstverständlichkeit den Verkauf von Drogen auf der Straße miterleben, dass für sie der Eindruck entstehen müsse, Drogenhandel sei eine legitime Arbeit, sagte Bischof Jorge Lozano (Gualeguaychu) am Montag, 10. Juni, bei der Vorstellung einer Studie der Kommission für Drogensucht der argentinischen Bischofskonferenz.

Zudem kritisierte der Bischof die "historische strukturelle Abwesenheit" des Staates in der Betreuung und Unterstützung von Drogenabhängigen. Der in Buenos Aires wegen seines Einsatzes für Drogenabhängige populäre Priester Jose Maria "Pepe" Di Paola ergänzte: "Nach Jahrzehnten der Abwesenheit des Staates brauchen wir tiefgreifende Entscheidungen, um die Situation in der die Drogensüchtigen leben, spürbar umzukehren."

Pater "Pepe" wurde von der Drogenmafia wegen seines Engagements mehrfach mit dem Tode bedroht. Kardinal Jorge Bergoglio hatte sich für Pater "Pepe" vor seiner Wahl zum Papst in seiner Eigenschaft als Erzbischof von Buenos Aires öffentlich eingesetzt.

Quelle: KNA