Kolumbien |

Kirche fordert Amnestie für Straftäter

Die katholische Bischofskonferenz in Kolumbien hat den Kongress aufgefordert, aus Anlass der 200-Jahr-Feier der Unabhängigkeit des südamerikanischen Landes eine Amnestie für rund 100.000 Häftlinge zu prüfen. "Wir reden nicht nur über 100.000 Gefangene, sondern auch über 100.000 dazugehörige Familien", sagte Andrés Fernández, Direktor der kolumbianischen Gefängnisseelsorge. "Wir glauben, dass dem Land aus Anlass der Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit eine Chance zur Begegnung gegeben werden muss, um den Hass zu überwinden."

Die Bischöfe schlagen unter anderem eine Haftreduzierung bei guter Führung vor. Die Häftlinge, die in einen Genuss einer Strafreduzierung kommen, sollten im Gegenzug eine Verpflichtung unterzeichnen, dass sie künftig auf strafbare Handlungen verzichten. Fernández übergab die Resolution an Vertreter des Kongresses, der nun über den Antrag beraten muss. Kolumbien hatte am 20. Juli 1810 seine Unabhänigigkeit von Spanien erklärt. (tk)