Kolumbien |

Kirche bietet Vermittlung an

Die kolumbianische Kirche will bei künftigen Verhandlungen mit der linksorientierten Guerrillaorgani-
sation FARC über Geiselfreilassungen im Land offenbar von Fall zu Fall prüfen, ob eine Vermittlerrolle sinn­voll ist. Der Vorsitzende der Kolumbianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Rubén Salazar, erklärte im Januar vor Pressevertretern, die Kirche würde ­einen Schritt beiseite­treten, wenn die FARC ihre Präsenz als Hinderungsgrund für eine Freilassung ansehe.

Wenn ihre ­Hilfe gebraucht werde, stehe die Kirche aber zur Verfügung. »Wir wollen nichts stören oder behindern. Unser Interesse ist allein, dass die ­Geiseln befreit ­werden«, sagte der Erzbischof von Barranquilla.
Staatspräsident Álvaro Uribe ­hatte den Vatikan und die kolumbianische Kirche um Vermittlung bei künftigen Verhandlungen mit der FARC gebeten. In einer ersten Stellungnahme lehnte die FARC eine Vermittlerrolle der Kirche allerdings ab. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen befinden sich in Kolumbien derzeit etwa 2.800 Menschen in der Gewalt von politischen Gruppierungen und kriminellen Banden. Etwa 700 ­Geiseln soll allein die FARC verschleppt haben. Die aktuelle Diskussion um die Vermittlerrolle der Kirche entzündete sich an der Freilassung von sechs langjährigen FARC-Geiseln.(tk)