Brasilien |

Kirche beklagt Gewalt gegen indigene Völker

Die katholische Kirche in Brasilien hat auf die anhaltende Gewalt gegen Angehörige indigener Völker in dem größten südamerikanischen Land hingewiesen. In einer in dieser Woche in der Hauptstadt Brasilia verbreiteten Stellungnahme des Indianermissionsrat der katholischen Kirche CIMI heißt es, das allein im vergangenen Jahr 60 Indigene ermordet wurden, in 152 Fällen kam es zu Morddrohungen.

"Sie werden weiterhin ans Kreuz genagelt: Ermordet, verletzt, vertrieben oder gebrochen auf ihren eigenen uralten Ländereien. Zurückgedrängt in Parias der Gesellschaft, gejagt wie Tiere und behandelt wie Bettler", sagte Amazonasbischof Erwin Kräutler in seiner Eigenschaft als CIMI-Präsident der Nachrichtenagentur Télam.

Die Mehrzahl der Gewaltakte gibt es im Zusammenhang mit offenen Landkonflikten mit weißen Landbesitzern. Allein im Bundesstaat Mato Grosso do Sul, einem der führenden Gebiete der brasilianischen Landwirtschaft, ereigneten sich 34 Morde an Ureinwohnern. Der Bundesstaat verfügt über die zweitgrößte Indio-Population innerhalb der brasilianischen Föderation.

Ein erschreckendes Bild zeichnet CIMI für die Säuglingssterblichkeit unter den Ureinwohnern. Seit Jahren klagt die Organisation über fehlende medizinische Betreuung für Ureinwohner. Im Vergleich zu 2009 habe es somit fünfmal mehr Säuglingstode gegeben. Allein im Volk der Xavante-Indios aus dem Bundesstaat Mato Grosso seien 60 von 100 Neugeborenen gestorben. (TK)