Haiti |

Kirche begrüßt Dialog im Streit um Staatsbürgerschaft

Die katholische Kirche in der Dominikanischen Republik hat die Wiederaufnahme der Gespräche mit der Regierungen Haitis und der Dominikanischen Republik im Streit um die Staatsangehörigkeit der Nachfahren haitianischer Einwanderer ausdrücklich begrüßt. Im direkten Gespräch kann eine Lösung gefunden werden, verlieh der dominikanische Kardinal Nicolás de Jesús López Rodríguez im Gespräch mit der Tageszeitung "El Caribe" seiner Hoffnung Ausdruck. Es müssen allerdings auch die Identität und das Recht, die in der Verantwortung der dominikanischen Verfassung liegen, respektiert werden. "Aber endlich reden sie miteinander", so López Rodríguez. Auf Vermittlung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro hatten sich der dominikanische Präsident Danilo Medina und sein haitianischer Amtskollege Michel Martelly bereiterklärt, einen Dialog über bilaterale Themen aufzunehmen. Ein erstes Gespräch fand am vergangenen Montag in Caracas am Rande des Handelsbündnisses Petrocaribe statt.

Ende September hatte das Verfassungsgericht des Karibikstaates angeordnet, allen nach 1929 geborenen Kindern illegaler Einwanderer die Staatsbürgerschaft zu entziehen. In der Praxis betrifft dies vor allem Haitianer. Nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen sind mehr als 200.000 Haitianer betroffen. Vertreter der katholischen Kirche und von Menschenrechtsorganisationen kritisieren das Urteil bislang scharf. Auch die Menschrechtskommission der Organisation Amerikanischer Staaten verurteilte den Richterentscheid als diskriminierend. (TK)