Argentinien |

Kind stirbt an Sklavenarbeit

In der Provinz Buenos Aires ist ein sechsjähriges Kind, das in dem Geflügelunternehmen „Nuestra Huella“ („Unsere Spur“) Sklavenarbeit verrichtete, gestorben. Ezequiel Ferreyra war mit krebserregenden Agrargiften in Kontakt gekommen, die einen Tumor auslösten. Der Junge war mit seiner Familie 2007 aus der Provinz Misiones im äußersten Nordosten Argentiniens umgesiedelt. Mit dem Versprechen sicherer Arbeitsplätze und einer würdigen Wohnung angelockt, wartete auf die Familie Sklavenarbeit.

Spiel mit der Angst

Auf der Farm "La Fernández" waren die Ferreyras ständigen Schikanierungen durch ihren Chef ausgesetzt, der ihnen mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes und dem Landen auf der Straße drohte. Zugleich musste die Familie noch die Kosten für den Umzug abzahlen. Auch der Sohn schuftete mit. Im September war Ezequiel in ein Krankenhaus eingewiesen worden, da er immer wieder in Ohnmacht fiel. Die Ärzte entdeckten einen Gehirntumor. Trotz einer Operation starb das Kind am vergangenen Dienstag.

Sklavenarbeit bekannt

Seit 2008 kämpft die argentinische Stiftung „La Alameda“ gegen Sklavenarbeit und Menschenhandel. Eine Untersuchung ergab, dass mehr als 70 Familien in Knechtschaft leben. Die Justiz werde allerdings nicht tätig, so „La Alameda“. Eine Autopsie müsse nun bei der Ermittlung der genauen Todesursache helfen.

Das Geflügelunternehmen „Nuestra Huella“ besitzt rund 70 Farmen in den Provinzen Buenos Aires und Córdoba. Kritiker hatten bereits in der Vergangenheit die auf Sklaven- und Kinderarbeit aufgebaute Produktion angeprangert. (bs)

Quelle: Púlsar