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Keiner müsste Hunger leiden

Der Welternährungstag erinnert heute (16.10.) an Millionen hungerleidenden Menschen.

In Lateinamerika und der Karibik leiden nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ungefähr 53 Millionen Menschen unter dem Mangel an Nahrung. Besonders betroffen sind Menschen, die allein schon wegen ihrer Herkunft zu den benachteiligten Bevölkerungsgruppen gehören, die Ureinwohner Amerikas und Einwohner afrikanischer Abstammung, sowie besonders schutzbedürftige Menschen: Kinder, Schwangere und Kranke. Laut der FAO seien Nahrungsmittelpreise seit 2003 mindestens um die Hälfte gestiegen. Daher könnten sich viele Bevölkerungsgruppen den Kauf von Lebensmitteln nicht leisten.

Weltweit könnten zwar genügend Nahrungsmittel angebaut werden, doch die Kluft zwischen den reichen und den armen Ländern sei so groß, dass die Notleidenden keinen Einfluss auf die internationale Agrarpolitik hätten. Vergleiche man die Ausgaben im Rüstungssektor mit denen im Agrarsektor ergebe sich ein alarmierendes Ungleichgewicht: Die reichsten Länder der Erde geben laut der FAO 365.000 Millionen Dollar für die Landwirtschaft aus. Dagegen stehen weltweit Rüstungsausgaben in Höhe von 1340 Trillionen Dollar.

Die vor 13 Jahren formulierten UN-Milleniumszielen forderten die Halbierung von Armut und Hunger in der Welt. Experten halten die Erfüllung dieses Ziels nur dann für möglich, wenn sich Politiker weltweit für eine gerechtere Verteilung von Reichtum einsetzten.

Text: jam, vh