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Keine Staatsbürgerschaft, keine Zukunft

Nationalparlament entscheidet gegen Staatsbürgerschaft für Kinder illegaler Einwanderer.

Santiago. Kindern von illegalen Einwanderern soll nicht länger die Staatsbürgerschaft der Dominikanischen Republik verweigert werden. Das fordert der Jesuit Regino Martínez, Koordinator der Nicht-Regierungs-Organisation „Solidaridad Fronteriza“ und zuständig für die Flüchtlinge der Provinz Dajabón, mit Blick auf die jüngste Abstimmung des Nationalparlaments. Dort stand zur Debatte, das Grundgesetz daraufhin zu ändern, das Recht auf Staatsbürgerschaft jedem im Land Geborenen zu gewähren. Auch den Kindern illegaler Flüchtlinge in Arbeitsverhältnissen sollte nachträglich die dominikanische Staatsbürgerschaft bewilligt werden. Doch in der Abstimmung hatten sich die Teilnehmer mit 132 zu 20 Stimmen gegen den Vorschlag entschieden.

Der Jesuit Martínez gibt zu Bedenken, dass mit der Entscheidung die Kriminalität im Land weiter steigen werde. Außerdem sei den Kindern damit auch als Erwachsenen die Möglichkeit zu einer würdevollen Arbeit genommen, noch könnten sie verreisen oder andere Dinge tun, die für die menschliche und soziale Entwicklung entscheidend sind. „Nur, weil sie Kinder von illegalen Haitianern sind, werden diese Kinder heimatlos sein“, so Martínez. Er erinnerte dabei auch an die Bürger der Dominikanischen Republik, die illegal in den USA und anderen Nationen einwanderten, und deren Kinder dort automatisch die Staatsbürgerschaft des jeweiligen Landes erhielten.

Text: leif