Chile |

Keine Einstellung des Verfahrens gegen beschuldigte Mapuche

Immer wieder demonstrieren Mapuche für ihre Rechte und ihr Land - eine Minderheit radikalisiert sich politisch. Foto: Adveniat/Jürgen Escher
Immer wieder demonstrieren Mapuche für ihre Rechte und ihr Land - eine Minderheit radikalisiert sich politisch. Foto: Adveniat/Jürgen Escher

In Chile hat ein Gericht in Temuco die Einstellung eines Verfahrens gegen eine Gruppe von Mapuche abgelehnt, denen vorgeworfen wird, an Sachbeschädigungen und Vandalismus beteiligt gewesen zu sein. Wie das Portal "24 Horas" berichtet, entschied sich das Gericht am Dienstag (27. Februar) gegen eine Einstellung des Verfahrens, um bei Auftauchen einer neuen Beweislage eine Wiedereröffnung des Verfahrens nicht unmöglich zu machen. Zuvor hatte ein anderes Gericht am 9. Februar die Einstellung des Verfahrens angeordnet.

Mapuche werfen der Polizei rassistisch motiviertes Handeln vor

Die Vorwürfe gegen die bekannten Mapuche sind hoch umstritten. Zuletzt hatten Staatsanwälte von Beamten vorlegte Beweis im Rahmen der so genannten "Operation Huracan" gegen Mapuche-Vertreter als gefälscht oder zumindest zweifelhaft identifiziert. Vertreter von Mapuche-Organisationen sahen in dem Vorgehen der Polizei ein rassistisch motiviertes Handeln. Zuletzt gab es in Chile immer wieder Brandanschläge auf kirchliche Einrichtungen aber auch gegen Unternehmen, zu denen sich radikale Mapuche bekannten.

Die Mapuche sind die Ureinwohner im Süden von Chile und Argentinien. Nach der chilenischen Unabhängigkeit 1818 begann in den 1860er Jahren die Entrechtung: Einmarsch der Armee, Enteignung, Niedergang der eigenen Tradition und Sprache. Erst seit einigen Jahren setzt eine Neubesinnung auf die eigene Kultur und Identität ein. Eine kleine Minderheit radikalisiert sich politisch.

Autor: Tobias Käufer, Foto: Adveniat/Jürgen Escher

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