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Keine Einigung zwischen Limas Universität und Kirchenleitung

Im Streit zwischen der Päpstlichen Katholischen Universität von Peru und der Kirchenleitung gibt es weiterhin keine Einigung. Eine für diesen Donnerstag geplante Universitätsversammlung, bei der neuen Statuten verabschiedet werden sollten, wurde vom Rektorat abgesagt, wie die peruanische Zeitung "La Republica" (Dienstag) meldet. Rektor Marcial Rubio habe dem päpstlichen Nuntius in Peru mitgeteilt, dass es derzeit keine Lösung der Probleme gebe. Ungeklärt seien Fragen der universitären Autonomie und des Verfügungsrechts über das Stiftungsvermögen. Die Diskussion darüber habe Limas Kardinal Juan Luis Cipriani neu entfacht.

Die traditionsreiche Universität mit 22.000 Studierenden steht seit 2007 in Konflikt mit Cipriani, der neben seinem Amt als Hauptstadt-Erzbischof auch Großkanzler der Hochschule ist. Dabei geht es um das Recht, den Rektor zu ernennen, Aufsicht über die Lehrinhalte zu führen und das beträchtliche Immobilienvermögen der Universität zu kontrollieren.

Im Dezember hatte der ungarische Kardinal Peter Erdö den Auftrag des Papstes erhalten, zwischen dem Opus-Dei-Kardinal und dem Rektorat zu vermitteln; er blieb aber erfolglos. Am 21. Februar rief Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone Rektor Marcial Rubio zu einer Klärung in den Vatikan. Die Hochschule solle ihre "katholische Identität" bewahren und den Studierenden eine Ausbildung bieten, die "in der Treue zum Lehramt der Kirche verwurzelt" sei. Bertone setzte der Universität eine Frist bis zum 8. April, um ihre Statuten zu ändern.

Die Universitätsversammlung als höchstes Gremium der Selbstverwaltung wies die Forderungen Roms in einer Sitzung Ende Februar zunächst ab. Zugleich verwies Rubio darauf, dass an dieser Beratung auch drei Bischöfe teilgenommen hätten. Dies sei ein "klares Zeichen für die öffnung eines neuen Dialogs", so der Rektor.

Quelle: KNA