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Kein Goldabbau in Famatina

Mit der Unterzeichnung des Dekrets 874 durch die Regionalregierung der westargentinischen Provinz La Rioja, wurde am 2. Juli vorerst das Ende des umstrittenen Goldförderungsprojekts der kanadischen Osisko Mining Corporation am Berg Famatina besiegelt.

Die staatliche Gesellschaft für Energie und Bergbau (EMSE) und Osisko Mining unterzeichneten jetzt ein Papier, wonach die im August 2011 getroffene Übereinkunft zur Erkundung mit Option auf nachfolgende Goldförderung wieder aufgehoben wird. Die Vertragspartner kamen überein, keine weiteren Forderungen zu stellen. Luis Beder Herrera, Gouverneur von La Rioja erklärte gegenüber Pressevertretern, das Bergbauprojekt werde solange nicht umgesetzt, „bis es einen sozialen Konsens gebe“. Derzeit sei das Vorhaben, Gold am 6.250 Meter hohen Cerro General Belgrano, auch „nevado del Famatina“ genannt, abzubauen, sozial nicht vermittelbar.

Entschiedener Widerstand der Bevölkerung

Das “Projekt Famatina” im Departement Famatina rief von Beginn an starke Proteste der Bevölkerung und von sozialen Organisationen hervor. Die häufig gewaltsam von den Sicherheitskräften niedergeschlagenen Proteste verhinderten jedoch einen Beginn des Projekts. Erst Mitte Mai dieses Jahres waren beim Polizeieinsatz gegen eine Protestaktion fünf Mitglieder der „Versammlung von Famatina“ verhaftet und mindestens vier Personen so schwer verletzt worden, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

Die Bevölkerung des rund 6.000 Einwohner zählenden Ortes Famatina hatte sich auch nach einem vorläufigen Stopp der Vorbereitungsarbeiten 2012 und der Aussage von Osisko, man wolle zehn Mio. US-Dollar in die Umweltstudie und zur Minderung von Umweltschäden investieren, weiter geschlossen gegen das Projekt gestemmt. Auch der Bürgermeister von Famatina, Ismael Bordagaray, setzte sich für den Stopp des Goldtagebauprojekts ein. Die Bewohner der Region, die von Tourismus und Landwirtschaft leben, fürchten Umweltschäden, wie etwa eine starke Wasserverschmutzung durch den geplanten Bergbau.

Taktisches Manöver vor Provinzwahlen

Der Vorsitzende der EMSE, Durán Sabas erklärte, die Rücknahme der Übereinkunft mit Osisko sei „notwendig“ gewesen, da man „ein Unternehmen nicht in dieser Unsicherheit belassen kann. Es verliert Geld, deshalb musste die Lage geklärt werden“, zitiert die argentinische Zeitung „Página 12“ den Chef der Energiegesellschaft.

Karina Díaz Moreno, Mitglied in der zivilgesellschaftlichen “Versammlung von Famatina” erklärte jedoch gegenüber dem Community-Radio FM La Tribu, das unterzeichnete Dekret diene der „Manipulation“. Gouverneur Beder Herrera wolle vor den kommenden Provinzwahlen die Bevölkerung beschwichtigen. (bh)