Kolumbien |

Kartelle gehen auf Regierung zu

In Kolumbien hat die Katholische Kirche einen Anlauf genommen zwischen Drogenkartellen und Staat zu vermitteln. Die Mafia-Gruppen »Los Urabeños«, »Los Paisas« und »Los Rastrojos« seien bereit, »sich dem Rechtsstaat zu unterwerfen«, heißt es in einem Brief des Bischofs der 400.000-Einwohner-Stadt Montería. Wie die evangelische Nachrichtenagentur EVARED am Mittwoch mitteilte wolle Monseñor Julio César Vidal die Botschaft in den kommenden Stunden Kolumbiens Staatspräsidenten Juan Manuel Santos persönlich überbringen.

»Sie haben ihre Bereitschaft erklärt sich zu stellen, ihre Waffen abzugeben sowie Drogenrouten und Drogenfelder offenzulegen«, so der Geistliche aus der Hauptstadt des Departamento Córdoba im Nordosten des Landes. Die Mafia-Banden, die im illegalen Kokain- und Entführungsbusiness tätig sind werden von der Regierung als die größten Gruppen des organisierten Verbrechens betrachtet.

Bei der Regierung stößt der Vorstoß auf wenig Gegenliebe. Sergio Jaramillo, Berater des staatlichen Sicherheitsrates, teilte in einer ersten Stellungnahme mit, er werde nicht mit Kriminellen verhandeln. Grund der Vermittlungsinitiative ist die Ankündigung von Bogotá, den immer gewaltbereiteren Drogenkartellen zunehmend militärisch zu begegnen. Die Katholische Kirche befürchtet eine Eskalation der Gewalt wie in Mexiko. (bb)