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"Karawane der Mütter Zentralamerikas" spürt vermisste Migranten auf

Die "Karawane der Mütter Zentralamerikas" hat am Dienstag, den 17.12., in der chiapanekischen Stadt Tapachula ihren 16-tägigen Marsch durch Mexiko erfolgreich beendet. 15 Bundesstaaten und 22 Städte hatten die 45 Mütter durchquert, um mit Hilfe von verschiedenen Organisationen und Aktivisten der Zivilgesellschaft den Aufenthaltsort ihrer Familienmitglieder herauszufinden. Dabei folgten die Frauen der Route, die von mittelamerikanischen Migranten genutzt wird, um in die USA zu gelangen. Mit großen Fotos der Vermissten fragten sie bei Passanten, Behörden und sozialen Einrichtungen nach dem möglichen Verbleib ihrer Familienmitglieder. Durch Aktionen auf den zentralen Plätzen der besuchten Städte sorgten die Mütter für die notwendige Aufmerksamkeit in den Medien.

Neun der Teilnehmerinnen konnten dadurch ihre über mehrere Jahre vermissten Söhne und Töchter wiederfinden. Diese hatten sich vor vielen Jahren auf den Weg in die USA gemacht. Meist ohne gültige Papiere und selten mit mehr als einem Rucksack auf dem Rücken. Im Transitland Mexiko brach bei vielen dann der Kontakt ab, aus Mangel an Geld, gewaltsamen Zwischenfällen oder Scham, es nicht über die Grenze in die Vereinigten Staaten geschafft zu haben.

"Für Migranten auf dem Weg in die USA ist Mexiko eines der gefährlichsten Länder der Welt", so die Menschenrechtsorganisation Movimiento Migrante Mesoamericano. Kriminelle Banden entführen immer wieder mittelamerikanische Flüchtlinge, um Lösegeld zu erpressen oder sie für ihre Drogenkartelle zwangsweise zu rekrutieren. Zudem werden viele illegale Migranten Opfer von Raub, Morden und sexueller Gewalt durch korrupte Polizisten. Laut der Nationalen Menschenrechtskommission gelten in Mexiko zwischen 70.000 und 120.000 Mittelamerikaner als vermisst. Die "Karawane der Mütter Zentralamerikas" konnte in den letzten neun Jahren rund 200 Angehörige wiederfinden. (sck)