Bolivien |

Kampf gegen Koka-Anbau für Drogenproduktion

Nachdem die UNO am vergangenen Freitag offiziell bekannt gegeben hat, dass das Kauen von Kokablättern in Bolivien auf UN-Ebenen nach 50 Jahren nicht mehr kriminalisiert wird, hat Boliviens Präsident Evo Morales gestern bei einer Veranstaltung in Chimoré, im Zentrum des Landes, unterstrichen, dass der Kampf gegen Koka-Anbau, der zur Kokainproduktion vorgesehen sei, entschieden fortgeführt werde.

Bolivien hatte bei den Vereinten Nationen dagegen protestiert, dass das Kokablatt seit 1961 auf der Liste der verbotenen Substanzen stand und somit jegliche Form des Konsums von Koka verboten war, auch das in der Andenregion traditionell übliche Kauen (acullico) von Koka-Blättern. Diese Form des Konsums hatte Bolivien im Jahr 2009 als Teil der nationalen Kultur in seiner Verfassung unter Schutz gestellt. Das Land forderte von der UNO eine Sonderregelung und hatte aus Protest gegen eine Weigerung, diesem Wunsch statt zu geben, Ende 2011 das Abkommen vorläufig aufgekündigt.

Drogenbekämpfung in Eigenregie

Am 11. Januar wurde die geforderte Sonderregelung für Bolivien beschlossen, die laut UN-Angaben am 10. Februar in Kraft treten soll. Die Regierung feierte die international erstrittene Ausnahmeregelung, die allerdings nur für Bolivien gilt, mit einem Festakt in Cochabamba.

Die bolivianische Regierung hatte 2009 auch die international agierenden Anti-Drogenbekämpfungseinheiten der USA (DEA) des Landes verwiesen und seither den Kampf gegen den Drogenhandel allein fortgeführt. Die 2008 gebildete Fuerza Tarea Junta, eine Spezialeinheit aus Polizei und Militär führt seither den Kampf gegen die illegale Koka-Produktion an. Präsident Morales erklärte am Dienstag, im Jahr 2011 seien zwölf Prozent der illegalen Koka-Plantagen, die für den Kokainhandel bestimmt gewesen seien, zerstört worden. Der Präsident hob den Unterschied zwischen Kokablatt und Kokain hervor. Kokablätter würden für die Kokainproduktion missbraucht und Kokain "ist schädlich für die Menschheit", mahnte der Präsident und appellierte, mit der Kokapflanze verantwortlich umzugehen. (bh)