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Kampf gegen Kartelle gescheitert

Der weltweite Kampf gegen die Drogenkartelle ist nach Meinung eines Gremiums von Spitzenpolitikern gescheitert. Eine Kommission aus früheren Staatspräsidenten und ranghohen Diplomaten und Ministern empfiehlt den Regierungen der Welt, ihre Anti-Drogen-Strategie grundlegend zu ändern und eine Legalisierung des Drogenkonsums zu prüfen. Ihr Dokument sollte am Donnerstag (Ortszeit) in New York offiziell vorgestellt werden; es lag der kolumbianischen Tageszeitung "El Tiempo" vorab vor.

Die Kommission sollte 50 Jahre nach Unterzeichnung der Anti-Drogen-Konvention und 40 Jahre, nachdem US-Präsident Richard Nixon der Drogenmafia den Krieg erklärte, eine Bilanz ziehen. Zu ihren Mitgliedern zählen der frühere UNO-Generalsekretär und Friedensnobelpreisträger Kofi Annan, der ehemalige US-Außenminister George Shultz sowie Ex-Präsidenten aus Erzeugerländern wie Cesar Gaviria (Kolumbien), Ernesto Zedillo (Mexiko) und Fernando Cardoso (Brasilien). Auch die ehemalige Schweizer Bundespräsidentin Ruth Dreifuss gehörte dem Gremium an.

Die ehemaligen Spitzenpolitiker empfehlen laut "Tiempo" dringende fundamentale Reformen in der nationalen und globalen Anti-Drogen-Politik. Eine Legalisierung von Drogen könne dazu führen, dass die Preise für Kokain oder Heroin einbrechen. Dies wiederum würde den Drogenkartellen ihre enormen finanziellen Grundlagen entziehen, argumentiert das Gremium.

Quelle: kna