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Kampagne für indigene Stadtbewohner

In der Millionenmetropole São Paulo wird heute (22.09.) eine Kampagne für die Rechte von indigenen Stadtbewohnern vorgestellt. Organisiert wird sie von der Pro-Indigenen Kommission von São Paulo (CPI-SP) und dem "Menschenrechtszentrum Gaspar García".

Rein rechtlich mache es keinen Unterschied, ob Indigene in der Stadt oder auf dem Land wohnten, so die Koordinatorin des Projekts, Lucia Andrade. Doch ihre tatsächliche Situation, beispielsweise beim Zugang zum Gesundheitssystem, sei in den Städten wesentlich schwieriger.

Mehr als ein Drittel lebt in der Stadt

Das Projekt läuft bereits seit Februar dieses Jahres. In der ersten Phase seien vor allem Daten erhoben worden, erläutert die Koordinatorin. Laut Zensus von 2010 (IBGE) leben in Brasilien mittlerweile mehr als 38 Prozent der indigenen Bevölkerung in Städten. Im Bundesstaat São Paulo sind es sogar 90 Prozent.

Trotz dieser Entwicklung sei die Situation indigener Stadtbewohner weitestgehend unbekannt. Mit der Kampagne soll sich das ändern. Für die zweite Phase sind Feldforschungen zu den indigenen Gemeinden in städtischen Räumen vorgesehen. Die Ergebnisse sollen in einem Buch veröffentlicht werden, so die Koordinatorin.

Ähnliche Initiativen gibt es auch in den brasilianischen Großstädten Porto Alegre und Manaus. (bh)

Quelle: Adital