Haiti |

Justitia et Pax prangert Haftbedingungen an

Die Kommission Justitia et Pax in Port-au-Prince hat in einem Bericht die unmenschlichen Haftbedingungen im Westen des Landes angeprangert. Zwischen Mai und November 2009 seien mehrere Dutzend Inhaftierte im nationalen Gefängnis ums Leben gekommen, die trotz ihres schlechten gesundheitlichen Zustands keinen Zugang zu ärztlicher Versorgung erhalten hätten.

Die Kommission fordert u.a. einen Abbau der Überbelegung in der Haftanstalt sowie die Einrichtung von Krankenstationen und hat eine „Woche der Solidarität mit den Inhaftierten" ausgerufen.


Nach Angaben des Leiters der nationalen Kommission Justitia et Pax in Haiti, P. Jan Hanssens, befinden sich derzeit rund 8.500 Inhaftierte unter schwierigsten Bedingungen in den 14 Gefängnissen Haitis. Nur 20 Prozent von ihnen seien rechtmäßig verurteilt worden. Die große Mehrheit sitze ohne rechtliche Grundlage auf unbestimmte Zeit ein. Justitia et Pax kümmert sich in Port-au-Prince um rund 500 Häftlinge, betreut sie rechtlich und seelsorgerlich und versucht ihre Fälle öffentlich zu machen.