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Juscelino Kubitschek wurde ermordet

Der ehemalige brasilianische Präsident Juscelino Kubitschek ist jüngsten Beweisen zufolge ermordet worden. Dies gab die Untersuchungskommission von São Paulo am Dienstagabend bekannt. Laut der Kommission habe sie nach einer erneuten Untersuchung des Falls mehrere Beweise entdeckt, die die These einer Ermordung durch die Militärdiktatur stützen. Der in naher Zukunft veröffentlichte Bericht wird an die nationale Wahrheitskommission weitergeleitet, die sich mit den Verbrechen während der Militärdiktatur in Brasilien beschäftigt.

Kubitschek regierte das größte südamerikanische Land von 1956 bis 1961 und ist vor allem für die Schaffung Brasílias als neue Hauptstadt Brasiliens bekannt. Er war während der knapp 20 Jahre andauernden Diktatur einer der bekanntesten Oppositionspolitiker. Kurz nachdem das Militär 1964 putschte, wurden Kubitschek seine politischen Rechte für mehrere Jahre abgesprochen. Kubitschek kam kurz nach dem Ablauf dieser Frist im Jahr 1976 bei einem Autounfall ums Leben. Bereits damals gab es Gerüchte und Spekulationen darum, dass sein Tod vom Militär inszeniert wurde um eine Präsidentschaftskandidatur des Politikers zu verhindern.

Unter den neusten Beweisen ist die Aussage eines Busfahrers, der angibt, damals darum gebeten worden zu sein, das Auto des von Kubitschek zu rammen. Weiterhin gibt es einen Zeugen, der aussagt, den Politiker kurz vor seinem Tod im Wagen mit einer Schusswunde im Kopf gesehen zu haben. Die Kommission hat sich vorerst dagegen entscheiden, die Leiche Kubitscheks zu exhumieren. (aj)