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Jugendliche finden nur schwer Zugang zum Arbeitsmarkt

Obwohl die Jugendlichen der Mercosur-Staaten – Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay – besser ausgebildet sind als ihre Eltern, haben sie größere Schwierigkeiten einen ersten Job auf dem Arbeitsmarkt zu bekommen. Dies geht aus einer jetzt veröffentlichen Studie des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (PNUD) hervor. Sie trägt den Titel: „Erneuern, um zu integrieren: Jugendliche und menschliche Entwicklung“.

Von den mehr als 65 Millionen Jugendlichen der vier Mercosur-Staaten hätten, so die Studie, die meisten „Projekte, Träume und eine große Fähigkeit, Protagonisten einer Veränderung und menschlichen Entwicklung innerhalb ihrer Gesellschaft zu sein.“ Doch 60 Prozent der Jugendlichen in Argentinien, Brasilien und Uruguay und 70 Prozent der Jugendlichen in Paraguay seien arbeitslos. Vor allem junge Frauen hätten es schwer, eine Arbeit zu finden. Wenn, dann erhielten sie weniger Gehalt und bekleideten niedrigere Positionen als die jungen Männer.

In den vier Ländern würde etwa ein Achtel der jungen Leute weder studieren noch eine offizielle Arbeitsstelle haben. Ein Teil von ihnen versuche im informellen Sektor ein Einkommen zu erzielen.

Wie die Studie hervorhebt, seien entsprechend der Arbeitslosigkeit nur wenige Jugendliche sozialversichert. Am schlimmsten sei es in Paraguay: Dort trügen nur acht Prozent der jungen Leute zwischen 20 und 24 Jahre zur Sozialversicherung bei.

Jugendliche Opfer von Gewalt

Wie die Untersuchung weiter zeigt, seien Jugendliche in Lateinamerika einer verstärkten Gewalt ausgesetzt. Im Vergleich zu europäischen Jugendlichen seien die Schwere der Gewaltdelikte gegenüber lateinamerikanischen Jugendlichen um 30 mal höher. „Die Jugendlichen fühlen sich zunehmend verunsichert durch die Gewalt“, so die Autoren der Studie. Dennoch ließen sie sich nicht abschrecken, öffentliche Räume aufzusuchen. „Sie entwicklen Strategien des kollektiven Schutzes.“

Nach Ansicht der PNUD müssen die Staaten das berufliche Potential der jungen Leute besser nutzen und anregen. Zwar sei es Aufgabe der jungen Lete, negative Aspekte zu überwinden und ihre Möglichkeiten zu nutzen, doch sei es Pflicht von Gesellschaft und Staat, sie dabei zu fördern und sie besser zu integrieren.

Quelle: Adital, PNUD