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Jugendarbeitslosigkeit in Lateinamerika so hoch wie nie

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Cesar Ovidio Estupinian (24 Jahre) arbeitet in Santa Ana, El Salvador, in einer Schusterwerkstatt und verdient zwischen 90 Cent und 1,20 Dollar pro Paar. Foto: Adveniat/Jürgen Escher

Noch nie seit Beginn statistischer Erhebungen von Jugendarbeitslosigkeit in Lateinamerika und der Karibik hatten so viele junge Menschen zwischen Rio Grande und Feuerland keine Arbeit. Wie die Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) anlässlich des Internationalen Tags der Jugend am gestrigen Montag, 12. August 2019, in einer Pressemitteilung erklärte, seien 18 Prozent aller Jugendlichen auf dem Kontinent ohne Job.

„Wir reden von fast zehn Millionen Jugendlichen, die zwischen 15 und 24 Jahre alt sind, die versuchen, sich in die Arbeitsmärkte einzugliedern, aber keine Chance bekommen“, sprach Guillermo Dema, ILO-Experte für Jugendarbeitslosigkeit in Lateinamerika und der Karibik von einer „beispiellosen Situation“. Zum Zeitpunkt der letzten Messung in 2018 hatten 17,9 Prozent keinen Job, zu Beginn der Messungen 1991 waren es 11,1 Prozent. Auch für die Zukunft gebe es keine Entwarnung, so die ILO.

Der Anteil der Jugendlichen an der Gesamtarbeitslosigkeit beträgt rund 40 Prozent. Von den rund 100 Millionen Jugendlichen auf dem Kontinent würden 56,3 Millionen dem Arbeitsmarkt wegen Studium und Ausbildung nicht zur Verfügung stehen. Die aktuelle Lage ist laut Dema jedoch nur die „Spitze des Eisbergs“. Schätzungen zufolge würden sechs von zehn Jugendlichen, die Arbeit gefunden haben, in informellen Jobs arbeiten. „Das heißt, wenig Stabilität, kein Vertragsverhältnis, schlechte Löhne, keine Rechte und keine soziale Absicherung“, kritisiert die ILO das hohe Ausmaß an prekärer Arbeit. (bb)