Kolumbien |

Juan Manuel Santos kandidiert erneut für Präsidentschaft

Der amtierende kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hat am Mittwochabend angekündigt bei den Präsidentschaftswahlen im kommenden Mai erneut für das höchste Amt im Staat zu kandi-dieren. „Ich trete an, da ich davon überzeugt bin, dass wir ausreichend Fortschritte gemacht haben, um endlich Frieden und Wohlstand zu erreichen, den alle Kolumbianer verdient haben“, gab der 62-Jäghrige in einer Pressekonferenz in Bogotá an. Man kehre nicht mehr um, wenn man das Licht am Ende des Tunnels sehe, so Santos weiter, und ein Friedensabkommen mit den Fuerzas Armadas Revolucionaris de Colombia (FARC) absehbar wäre.

Die erneute Kandidatur von Juan Manuel Santos wurde zwar erwartet, seine Wiederwahl ist Medien-berichten zufolge aber keineswegs sicher. Laut einer Umfrage des Gallup Instituts erhält Santos ledig-lich wenig Zustimmung aus dem kolumbianischen Volk. Zwar läge er bei einer baldigen Wahl immer noch vorne, erhielte aber nur 27 Prozent der Stimmen. Das kolumbianische Staatsoberhaupt sah sich in den vergangenen Monaten mit einer Reihe sozialer Proteste konfrontiert. So traten die Landwirte in einen Generalstreik, da sie sich durch die Wirtschaftspolitik der Regierung ausgebeutet fühlten. Vor allem das Freihandelsabkommen mit den USA stand bei den Bauern in der Kritik.

Schleppende Friedensgespräche

Auch die Friedensverhandlungen mit der FARC verliefen weitaus schleppender als vorerst angenom-men. Ein gutes Jahr nach dem Beginn der Gespräche konnten erst zwei Punkte auf der Agenda die Landreform im Mai und die zukünftige politische Partizipation der Rebellen Anfang dieses Monats abgeschlossen werden. Ursprünglich hatte Santos angekündigt, bis zum Jahresende einen Friedens-vertrag unterzeichnen zu wollen. Nun appelliert der Präsident an die Bevölkerung ihm nach dem jüngsten Erfolg bei den Verhandlungen die Chance zu geben, die Gespräche erfolgreich zu Ende zu bringen.

Die Opposition kritisierte den jüngsten Fortschritt massiv, da er es wahrscheinlich ermöglichen wird, dass FARC-Rebellen sich in den Kongress wählen lassen können. Dass die Verhandlungen auch in Zukunft schwierig werden könnten, zeigte am 12. November die Aufdeckung eines Plots der Guerilla, der vorsah den ehemaligen Präsidenten Alvaro Uribe zu ermorden. Der Ex-Regierungschef ist ein klarer Gegner der Friedensgespräche. Sowohl Regierung und Opposition werden die Friedensgesprä-che mit Sicherheit zum zentralen Thema des Wahlkampfes machen. (aj)