Kolumbien |

Juan Manuel Santos bildet Regierung um

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hat am Donnerstag, 5. September, in einer Fernsehansprache angekündigt, sein Kabinett umzubilden. Er tauschte die Minister für Umwelt, Inneres, Justiz, Bergbau und Landwirtschaft aus. Neuer Innenminister ist Aurelio Iragorri, das Amt des Justizministers übernimmt der ehemalige Alfonso Gómez Méndez und Landwirtschaftsminister ist von nun an Rubén Darío Lizarralde. Allen dreien kommt eine besondere Rolle im Zusammenhang mit den Friedensverhandlungen mit der FARC zu. Die zwei weiteren neuen Gesichter im Kabinett sind Amylkar Acosta für Bergbau und Luz Helena Sarmiento für das Umweltressort. In seiner Rede bezeichnete Santos dies als die Bildung einer Regierung für die Einheit.

Der kolumbianische Präsident unter Druck

Mit der Umbildung des Kabinetts reagierte das Staatsoberhaupt auch auf die anhaltenden Sozialproteste in ganz Kolumbien. Seit mehr als zwei Wochen streiken die Farmer und fordern eine andere Wirtschaftspolitik der Regierung. Santos räumte bereits ein, dass sich die kolumbianische Landwirtschaft in einer Krise befindet, die Verhandlungen mit den Vertretern der Landwirte stocken jedoch schon seit Tagen. Viele Kolumbianer unterstützen die Bauern. In den letzten Tagen gingen Zehntausende gegen ihre eigene Regierung auf die Straße. Auch die Bergarbeiter streikten bis zum Beginn dieser Woche. Hier konnte die Regierung am Dienstag aber ein Abkommen erzielen.

Doch nicht nur die Proteste setzten Santos stark unter Druck. Auch das langsame Vorankommen der Friedensgespräche mit der FARC schadet seiner Popularität in der Bevölkerung. Jüngsten Umfragen zufolge sind 72 Prozent der Kolumbianer dagegen, dass Santos im kommenden März bei den Präsidentschaftswahlen ein weiteres Mal das Amt des Staatsoberhauptes übernimmt. (aj)