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Journalistenverbände kritisieren Brasiliens Polizeiarbeit

Internationale Journalistenverbände haben Brasiliens Justiz und Polizei wegen der oftmals langsamen und halbherzigen Aufklärung von Morden an brasilianischen Journalisten kritisiert. Seit den 90er Jahren seien in Brasilien mindestens 20 Journalisten ermordet worden, ohne dass die Schuldigen dafür belangt wurden.

Erst am Samstag war im Landesinneren des Bundesstaates Pernambuco der Journalist Luciano Leitao Pedroso ermordet worden. Der 46-jährige Pedrodo war während eines Restaurantbesuchs von einem unbekannten Revolvermann mit vier Schüssen getötet worden. In seinen TV- und Radioprogrammen hatte der Journalist örtlichen Politikern vorgeworfen, in Mafia ähnliche Verbrechen verstrickt zu sein.

"Es ist die Aufgabe der Behörden sicher zu stellen, dass die Täter den Gerichten zugeführt werden und dass kritische Journalisten ohne Bedrohung ihres Lebens arbeiten können," erklärte der in New York ansässige Journalistenschutzverband "Committee to Protect Journalists" (CPJ) in einer Stellungnahme.

Ende März war in Rio de Janeiro auf einen weiteren Journalisten ein Mordanschlag verübt worden. Ricardo Gama war im Stadtteil Copacabana auf offener Straße von drei Kugeln getroffen worden, überlebte den Anschlag jedoch. Gama war landesweit bekannt geworden, nachdem er ein Video ins Internet stellte, auf dem Rios Gouverneur Sergio Cabral im Wahlkampf 2010 ein Kind beschimpft hatte.

Am Samstag hatte bereits die Interamerikanische Pressegesellschaft SIP (Sociedad Interamericana de Prensa) Brasiliens Kongress aufgefordert, wirksame Gesetze für eine effektivere Bestrafung der Täter zu erlassen. So seien 20 Morde an Journalisten seit den 90er Jahren noch nicht aufgeklärt beziehungsweise geahndet worden, so die SIP in einem offenen Brief. (milz)