Guatemala |

Journalist Luis Lima ermordet

Am vergangenen Dienstag ist in Zacapa (Department Zacapa) der Journalist und Radiosprecher Luis Lima ermordet worden. Lima sei in der Nähe der Radiostation „Bomberos Voluntarios“ in seinem Auto mit einem Kopfschuss und einem zweiten Schuss in den Brustkorb getötet worden, teilte der Sprecher des Senders, Sergio Vásquez, nach Angaben der Nachrichtenagentur TeleSur mit. Lima sei noch vor Eintreffen der Rettungskräfte am Unfallort verstorben, so Vásquez weiter.

Der 68-jährige Lima war auf dem Weg zur Arbeit, als zwei Unbekannte auf Motorrädern das Feuer auf ihn eröffneten und anschließend flohen, wie Zeugen berichteten. Sie hätten offensichtlich auf den Journalisten gewartet, so die Polizei, die laut lokalen Presseberichten insgesamt sechs Patronenhülsen fand.

Morde bleiben meist straffrei

Lima ist bereits der dritte ermordete Journalist in Guatemala in diesem Jahr. Bereits im April war der Journalist, Radiosprecher und stellvertretende Vorsitzende des Journalistenverbandes von Jutiapa, Luis Alberto Lemus Ruano, in Jalpatagua erschossen worden. Lemus leitete, ähnlich wie Lima, ein Radioprogramm, das kritisch über die Lokalpolitik berichtete. Drei Wochen zuvor war ebenfalls im Department Jutiapa der Journalist Napoleón Jarquín Duarte erschossen worden.

Keiner der Morde ist bisher aufgeklärt, weshalb die Unesco-Vorsitzende Irina Bokova die guatemaltekische Regierung aufforderte, tätig zu werden. Die Nichtregierungsorganisation Sala de Redacción erklärte, von den hunderten Anzeigen, die in den letzten elf Jahren bei der Staatsanwalt zur Aufklärung von Angriffen auf die Pressefreiheit gemacht wurden, seien lediglich drei Fälle aufgeklärt worden.

Vier weitere Morddrohungen

Die Nationale Kommission für Pressefreiheit des guatemaltekischen Journalistenverbandes gab bekannt, dass vier Journalisten die landesweit arbeiten, wegen ihrer Tätigkeit Todesdrohungen erhalten haben. (bh)