Kolumbien |

Jedes vierte indigene Kind stirbt vor sechstem Geburtstag

Einer Studie zufolge stirbt jedes vierte indigene Kind in Kolumbien vor Vollendung des sechsten Lebensjahres an Unterernährung. Die Organisationen Free Press Unlimited, War Child Holland und Agencia pro infancia PANDI prangern an, dass Todesfälle auch auf die mangelnde medizinische Versorgung der indigenen Gemeinden in Kolumbien zurückzuführen seien. 70 Prozent der indigenen Kinder litten an chronischer Unterernährung. In den nicht-indigenen Bevölkerungsgruppen des Landes beträgt der Anteil dagegen 12 Prozent. Tödlich endeten bei Kindern zudem häufig Infektionen der Atemwege und Durchfallerkrankungen.

Zwei Drittel der indigenen Völker in Kolumbien vom Aussterben bedroht

Hinzu kommen der interne bewaffnete Konflikt in Kolumbien, die allgemein herrschende Gewalt und eine unter Indigenen sehr hohe Zahl an Selbstmorden. Vertreibungen infolge der bewaffneten Auseinandersetzungen sind für Kolumbiens Indigene an der Tagesordnung. Dem Bericht zufolge sind hiervon 47 Prozent der indigenen Kinder betroffen.

Kolumbiens Verfassungsgericht hält von den 102 indigenen Völkern 34 für vom Aussterben bedroht. Die Organización Indígena de Colombia zählt 32 weitere dazu und kommt somit auf insgesamt 66 indigene Völker, für die ein hohes Risiko bestehe. Kolumbiens 1,4 Millionen Indigene haben an der Gesamtbevölkerung einen Anteil von 3,4 Prozent. Rund 40 Prozent von ihnen sind Kinder und Jugendliche. (bs)