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IWF-Chefin warnt vor Risiken

Die unsichere Lage der Weltwirtschaft könnte auch Lateinamerikas Volkswirtschaften in Mitleidenschaft ziehen. Die Direktorin des »Internationalen Währungsfonds« (IWF) Christine Lagarde warnte am Sonntag vor den Folgen einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums zwischen Rio Grande und Feuerland. »Lateinamerika sollte nicht vergessen, dass wir alle stark miteinander verbunden und voneinander abhängig sind«, so die Französin im Interview mit der chilenischen Tageszeitung »El Mercurio«.

»Gegenüber der aktuellen Situation der Unsicherheit ist niemand immun«, machte Frankreichs ehemalige Wirtschafts- und Finanzministerin auf Folgen der Schulden- und Bankenkrisen in den USA und Europa aufmerksam. Vor allem Länder, die Rohstoffe und Maschinen exportieren oder Teil der internationalen Produktionskette seien müssten angesichts der »globalen Verlangsamung« des Wachstums mit einer künftigen Abkühlung nationaler Wirtschaften rechnen.

Dennoch müssten die Länder Lateinamerikas nicht mit einer »harten Landung« rechnen, versicherte die Juristin, die seit Juli 2011 die Sonderorganisation der Vereinten Nationen leitet. Zwar werde das Wachstum in den Vereinigten Staaten wegen des Abbaus von Staatsschulden vorrausichtlich um zwei Prozentpunkte zurückgehen. Und auch China als wichtiger Handelspartner Lateinamerikas werde mehr auf die Stärkung des Binnenmarkts statt auf Export setzten. Ein verringertes Wachstum bedeute aber keine »schnelle Abschwächung«, richtet Lagarde die Hoffnungen der Weltwirtschaft auf China. (bb)