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Ishir-Indigene blockieren Grenzfluss zu Brasilien

Der Río Paraguay, hier auf der Höhe von Concepción, bildet im Nordosten von Paraguay die Grenze zu Brasilien. Foto (Symbolbild): Adveniat/Jürgen Escher
Der Río Paraguay, hier auf der Höhe von Concepción, bildet im Nordosten von Paraguay die Grenze zu Brasilien. Foto (Symbolbild): Adveniat/Jürgen Escher

Aus Protest gegen die Inhaftierung von Gemeindemitgliedern durch brasilianische Behörden halten Indigene der Ishir-Minderheit seit diesem Wochenende den Grenzfluss Río Paraguay zu Brasilien besetzt. Wie die paraguayische Tageszeitung „ABC Color“ am Sonntag, 25. März 2018, berichtet, würden die Männer den Fluss im nördlichen Departamento Alto Paraguay trotz starker Regenfälle mit Booten und Kanus weiter blockieren.

Seit Samstag sei der für den Transport von Bergbauprodukten, Vieh und Handelswaren wichtige Fluss komplett umpassierbar, so das Blatt. Die Ishir fordern die sofortige Freilassung der paraguayischen Staatsbürger Carlos González (39 Jahre) und Carlos Franco (47 Jahre). Die beiden Männer vom indigenen Volk der Ishir sitzen seit dem 16. März 2018 in einem brasilianischen Gefängnis in der Stadt Puerto Murtiño auf der anderen Seite des Flusses.

Flussblockade stoppt Warentransport

Ihnen wird der Besitz einer Schusswaffe aus Eigenproduktion vorgeworfen. Das brasilianische Grenzmilitär hatte die zwei Männer darum festgenommen und wegen illegalen Waffenhandels angeklagt. Die Verhafteten hingegen hatten erklärt, dass die Waffe zur Verteidigung gegen wilde Tiere gebaut worden sei, was in der Region nicht unüblich ist. Außerdem werfen sie dem brasilianischen Militär vor, die Verhaftung auf paraguayischem Territorium vorgenommen zu haben, was illegal wäre. Für den heutigen Montag hatten auch ansässige Ayoreo-Indígenas ihre Teilnahme an der Flussblockade angekündigt. (bb)

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