Peru |

Internet kommt per Ballon in ländliche Gebiete

Der Anschluss des peruanischen Amazonasgebiets ans Internet soll künftig per Ballon funktionieren. 

Bereits erfolgreich im Einsatz waren die Internet-Ballons nach der Flutkatastrophe 2017 in Peru und nach Hurrikan Maria auf Puerto Rico. Foto: Project Loon, btwashburnCC BY 4.0, Zuschnitt

Das „Project Loon“ der Google-Mutter Alphabet arbeitet mit Ballons, die in einer Höhe von etwa 20 Kilometern über der Erde schweben. Nun wurde ein Abkommen mit dem Infrastrukturbetreiber Internet Para Todos Perú geschlossen, um ländliche Gegenden ans Internet anzubinden, was auf herkömmlichem Weg zu aufwändig wäre. Dem waren mehrere Tests sowie erfolgreiche Operationen nach Naturkatastrophen vorausgegangen. Erstmals soll nun ein dauerhafter Internet-Anschluss  per Ballons sichergestellt werden. Internet Para Todos Perú will bis 2021 rund sechs Millionen im ländlichen Raum lebenden Peruanern Zugang zum Internet verschaffen. 

Der Fokus liegt hierbei auf Loreto, der flächenmäßig größten Region im Nordosten des Landes, die weitgehend von Amazonas-Regenwald bedeckt ist. In dieser Region, die etwas größer als Deutschland ist, leben nur rund eine Million Menschen, mehrheitlich Indigene. Bis zu 200.000 Bewohner der Region sollen Internet per Ballon erhalten - wobei der Ballon selbst etwa die Ausmaße eines Tennisplatzes hat. 

Erfolgreicher Einsatz nach Naturkatastrophen  

Das „Project Loon“ kam bereits im Mai diesen Jahres zum Einsatz, als ein starkes Erdbeben die Region Loreto erschüttert hatte und Zerstörungen der Infrastruktur anrichtete. Loon bewährte sich außerdem nach den verheerenden Fluten 2017 in Peru sowie auf Puerto Rico nach Hurrikan Maria im gleichen Jahr. Die Ballons werden von Sonnenenergie angetrieben und können jeweils ein Gebiet mit einem 40-Kilometer-Radius abdecken. Die durchschnittliche „Lebensdauer“ eines solchen Ballons beträgt 150 Tage. Alphabet arbeitet daran, die Robustheit der Ballons zu verbessern, damit diese sich der heftigen Winde in der Stratosphäre besser erwehren können. Auch wird daran geforscht, wie die Ballons widrigen Wetterbedingungen ausweichen können.

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