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Internationaler Tag der Pressefreiheit

Der 3. Mai ist der von der UNO ausgerufene „Internationale Tag der Pressefreiheit“.
Hintergrund ist eine Deklaration, die am 3. Mai 1991 auf einem UNO/UNESCO-Seminar zur Förderung einer unabhängigen und pluralistischen Presse in Windhoek (Namibia) verabschiedet wurde. Die zentrale Aussage der Erklärung ist, dass freie, pluralistische und unabhängige Medien ein äußerst wichtiges Merkmal demokratischer Gesellschaften sind.
Der Tag erinnert an die Verletzung von Informations- und Freiheitsrechten in vielen Staaten der Welt, sowie an Journalisten in Not, die in ihrer Arbeit eingeschränkt und wegen ihres Berufs bedroht werden. 67 Journalisten wurden 2011 weltweit getötet, davon 24 in Lateinamerika, berichtet die Inter American Press Association.

In Ecuador sind Vertreter eines Verlagshauses wegen Beleidigung des Präsidenten zu 40 Millionen Euro Strafe und 3 Jahren Haft verurteilt worden.

In Mexiko hat die Organisation Article 19, die sich weltweit für die Meinungsfreiheit einsetzt, einen Bericht veröffentlicht, wonach es in den letzten drei Jahren 565 Angriffe auf Pressemitarbeiter gegeben hat. Allein im vergangenen Jahr sind neun Journalisten ermordet worden. 2011 wurden auf Kommunikationsmedien und Pressevertreter insgesamt 172 Attentate verübt. Erst Ende April ist die Journalistin Regina Martínez tot in ihrem Haus im Bundesstaat Veracruz aufgefunden worden. Martínez war auf die regionale Politik in Veracruz spezialisiert und ist bekannt dafür gewesen, kritische Artikel über die dortige Regierung zu schreiben.

In Brasilien ist ein 42-jähriger Journalist auf offener Straße von Unbekannten mit sechs Schüssen niedergestreckt worden. Er hatte zuvor in seinen Veröffentlichungen Lokalpolitiker der Zusammenarbeit mit mafia-ähnlichen Organisationen beschuldigt.

In Kolumbien ist ein französischer Journalist entführt worden, der über einen Kampfeinsatz gegen die FARC berichtet hat.

Seit dem Staatsstreich von 2009 ist Honduras zu einem der gefährlichsten Länder für Journalisten geworden. 16 Reporter wurden in den vergangenen zwei Jahren ermordet. Kein einziger dieser Fälle wurde aufgeklärt.