Bolivien |

Integration von Menschen mit Behinderung gefordert

In Bolivien wurde am Freitag der Abschlussbericht der ersten Phase des Sozialprogramms »Mission Moto Méndez« präsentiert. In der Kleinstadt Montero im amazonischen Departamento Santa Cruz stellte Gesundheitsministerin Nila Heredia die erste empirische Datensammlung im Andenland zur Lage der Menschen mit Behinderung vor. In den neun Departamentos Boliviens zählte der Bericht 80029 Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung. Erfasst wurden angeborene Behinderungen sowie Schädigungen nach Unfällen im Straßenverkehr oder am Arbeitsplatz.

Das verantwortliche Untersuchungsteam von 140 Spezialisten kontaktierte rund 1,5 Millionen Haushalte. 5,4 Millionen Bolivianer konnten statistisch erfasst werden, so der Leiter der Solidaritätsmission Odalys Bravo. Neurologen, Psychologen, Genetiker und Fachärzte aus Bolivien, Venezuela und Kuba diagnostizieren und behandeln seit 2006 in ländlichen Gebieten und Armenvierteln der ärmsten Nation Südamerikas gemeinsam und ohne Entgelt. Technische Hilfen wie Krücken, Rollstühle, Brillen und Hörgeräte wurden kostenlos verteilt.

»Mithilfe der Identifikation aller Menschen mit Behinderung in Bolivien können diese in den Arbeitsmarkt integriert werden«, kündigte Heredia an. Auch das Bildungssystem müsse den Zugang für diese Menschen erleichtern. Die Daten des Berichts werden Ministerien und öffentlichen Einrichtungen in Buchform zur Verfügung gestellt. In einer zweiten Phase soll die »Mission Moto Méndez« bei der inhaltlichen Planung integrativer Behindertenpolitik beraten und Maßnahmen zur deren Umsetzung anleiten. Moto Méndez war ein bolivianischer Revolutionär des 19. Jahrhunderts. (bb)