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Initiative weitet Proteste gegen Aldi aus


Die Christliche Initiative Romero weitet ihre Protestaktion gegen Produkte von Aldi Nord aus. Von der Persiflage eines Aldi-Prospekts, in dem die Entwicklungsorganisation auf menschen- und arbeitsrechtliche Aspekte von Waren des Discounters hinweise, seien weitere 40.000 Exemplare in Umlauf gebracht worden, sagte Sprecher Andre Hagel gegenüber "Spiegel online" (Donnerstag). In einem ersten Schritt wurden bereits 30.000 Exemplare der Broschüre verteilt, die dem Design eines Aldi-Prospekts nachempfunden ist.

Gegenüber dem Onlinemagazin wies Aldi die Darstellung zurück, das Essener Unternehmen wolle gerichtlich gegen die Initiative vorgehen. Man habe nur eine Abmahnung aussprechen lassen, weil Rechte verletzt und unzutreffende Aussagen getätigt worden seien. So sei ein beanstandetes Handy nicht von Aldi vertrieben worden. Auch verkaufe Aldi weder Weihnachtssterne aus Guatemala noch Trekking-Schuhe aus Vietnam. Zur Vermeidung von Menschen- und Arbeitsrechtsverstößen in den Produktionsstätten arbeite das Unternehmen mit der Organisation BSCI zusammen, die die Standards überprüfe und zertifiziere.

Hagel räumte ein, dass das Handy nicht von Aldi Nord vertrieben worden sei, aber von Aldi Süd. Bezüglich der Weihnachtssterne und der Trekking-Schuhe würden die Einwände Aldis noch von seiner in Münster ansässigen Initiative geprüft. Die Siegelorganisation BSCI nannte er "reine Schönfärberei"; es gebe keine Kontrolle durch lokale Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen. Zudem würden die Ergebnisse der Firmenkontrolle nicht veröffentlicht.

Quelle: kna