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Indigener stirbt bei Landräumung

Bei der Räumung einer besetzten Farm im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul durch die örtliche Polizei wurde am Donnerstag, 30. Mai, ein Indigener erschossen. Rund 200 Angehörige des Stammes Terena hatten die Farm, die einem Politiker gehört, vor zwei Wochen besetzt. Sie fordern die Rückgabe des Landes, welches eine lokale Behörde 2010 zum ursprünglichen Lebensraum der Terena gehörig erklärte. Ein Gericht jedoch erklärte diese Entscheidung für ungültig. Aus Protzest besetzten die Indigenen die 17.000 Hektar große Farm und weigerten sich auch, diese zu verlassen, als sie per Gerichtsbeschluss dazu aufgefordert wurden.

Die Situation eskalierte, als in den frühen Morgenstunden des 30. Mai mehrere Busse der Polizei anrückten und mit der Räumung begannen. Es folgten Auseinandersetzungen zwischen den Terena und der Polizei, bei denen die Indigenen, laut lokalen Medien, Steine geworfen haben sollen und die Polizisten Tränengas einsetzten. Augenzeugenberichten zufolge haben sowohl die Terena als auch die Polizei Schusswaffen benutzt. Es sei folglich bisher unklar, wer die tödlichen Schüsse abgefeuert habe. Die örtlichen Behörden haben bereits eine umfassende Untersuchung eröffnet, um den genauen Tathergang zu bestimmen.

Gewalt nimmt zu

Im Bundesstaat Mato Grosso do Sul wurde in den vergangen Monaten immer wieder über Gewalt gegen Indigene berichtet, die ihr ursprüngliches Land zurückfordern. Der Staat an der Grenze zu Paraguay ist eines der größten Sojaanabaugebiete Brasiliens. Vor diesem Hintergrund kollidieren die Forderungen nach Rückgabe des Landes an ihre ursprünglichen Besitzer mit den Interessen der dort ansässigen Farmer. (aj)