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Indigener Protestmarsch erreicht Quito

Ein Protestmarsch gegen das von der ecuadorianischen Regierung geplanten Großprojekt im Bergbau hat am Internationalen Tag des Wassers (22. März) Quito erreicht. Unter dem Motto „Marsch für das Wasser, das Leben und die Würde der Völker“ starteten mehrere hundert Teilnehmer den Marsch am 08. März aus verschiedenen Richtungen und kamen nach 700 Kilometern in der Hauptstadt Ecuadors an. Der Auslöser für den von der Nationalen Föderation der Indigenen Völker Ecuadors (CONAIE) organisierten Protest war der Vertragsabschluss zwischen Ecuador und einem chinesischen Großunternehmen über den Kupferabbau in der Provinz Zamroa. Das Projekt sieht einen Ressourcenabbau im Gebiet der indigen Gemeinden der Shuar im großen Stil vor.

Ressourcenpolitik der Regierung in der Kritik

Die indigenen Völker Ecuadors kritisieren jedoch nicht nur das Kupferprojekt, sondern die Ressourcenpolitik der Regierung Rafael Correas generell. Sie fordern das ecuadorianische Staatsoberhaupt dazu auf, das seit 2008 im Grundgesetz festgelegte Prinzip des „Sumak Kawsay“ (Erfülltes Leben) auch tatsächlich umzusetzen. Hinter dem Sumak Kawsay steht der Gedanke eines Lebens in Einheit mit der Natur. In diesem Zusammenhang steht auch die Forderung einer Neuverteilung von Land und des Zugangs zu Wasser. Correa kündigte an, dass er zu einem friedlichen Dialog mit Vertretern des Protestmarsches und der CONAIE bereit sei. „Die Regierung übt eine Politik der offenen Tür aus, die die Identität jeder einzelnen sozialen Organisation des Landes respektiert“, hieß es seitens der Regierung.

In Quito sind jedoch nicht nur die Gegner der Politik Correas präsent gewesen. Auch seine Unterstützer haben sich zahlreich versammelt und machten mit einer friedlichen Demonstration deutlich, dass sie hinter ihrem Präsidenten stehen. Vor diesem Hintergrund bezeichnete Correa den Protestmarsch der indigenen Gemeinden als eine schwere Niederlage, da die Unterstützer seiner Politik in der Überzahl wären. (aj)