Kolumbien |

Indigener Medienaktivist Rodolfo Maya ermordet

Die Repressionswelle gegen Aktivisten indigener Organisationen hat im Department Cauca zu einem weiteren Todesopfer geführt. Am Nachmittag des 14.Oktober 2010 wurde Rodolfo Maya Aricape, Generalsekretär des Indigenen Rates des Territoriums López Adentro und Mitglied des Netzwerks für Kommunikation vor seinem Haus in Gegenwart seiner Familie von Unbekannten erschossen. Die beiden Mörder kamen mit einem Motorrad und gaben mehrere Schüsse auf den 34-jährigen Maya Aricape ab.

Seit zwei Monaten hatte der Korrespondent des Basisradios "Pa´yumat" bereits Drohungen erhalten. Sein Tod ist ein weiteres Beispiel für die ungehinderte Gewalt, die im Zuge des bewaffneten Konflikts in indigenen Gebieten gegen die Bevölkerung ausgeübt wird. Die indigenen Gemeinden geraten zwischen die Fronten bewaffneter Akteure und werden häufig von ihren Territorien vertrieben.

CIDH fordert Einhaltung der Pressefreiheit

Der Dachverband der Indígena-Organisationen in den Anden CAOI (Coordinadora Andina de Organizaciones Indígenas) verurteilte den Mord an Maya und hat sich solidarisch mit der Familie des Opfers und dem Volk der Nasa erklärt. Des Weiteren fordert sie von den kolumbianischen Behörden eine unabhängige Untersuchung des Falles und die Bestrafung der Mörder.

Auch die Interamerikanische Menschenrechtskommission CIDH verurteilte den Mord in einer Erklärung aufs Schärfste und fordert die Einhaltung der Pressefreiheit gemäß den Deklarationen der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte. Maya sei dafür bekannt gewesen, dass er das Agieren bewaffneter Gruppen in den indigenen Territorien offen kritisierte, heißt es in der Erklärung.

Das Netzwerk Tejido de Comunicación, in dem Maya mitarbeitete, wurde im vergangenen September in der spanischen Hauptstadt Madrid mit dem Bartolomé de las Casas Award für seine Arbeit gewürdigt.

Quelle: Adital in Poonal