Honduras |

Indigenen-Organisation warnt vor Privatisierung der Flüsse

Nachdem Präsident Porfirio Lobo im August dem Bau von 52 Kraftwerken zugestimmt hat, die aus erneuerbaren Energien Strom erzeugen sollen und die Weltbank nach Presseberichten dafür mehr als 60 Mio. US-Dollar zur Verfügung stellen wird, warnt der Dachverband von Organisationen der Zivilgesellschaft und Indigenen COPINH davor, dass der Kongress beabsichtige, die Flüsse im Land für den Bau von Wasserkraftwerken zu privatisieren.

Laut der Verordnung 169 der Internationalen Arbeitsorganisation ILO haben indigene Völker ein Mitspracherecht bei Projekten auf ihren Territorien, müssen vorher konsultiert und in die Prozesse mit einbezogen werden, reklamiert die COPINH in der Erklärung vom 6. September. „Unsere Gebiete sind Gemeindeland und das indigene Volk der Lenca steht unter dem Schutz der ILO-Konvention 169“, heißt es in dem Schreiben. Diese Rechte seien jedoch nicht beachtet worden, es gebe einen „legislativen internen Zirkel“, in dem über derartige Projekte entschieden werde. Eine Konsultation der Völker hätte derartigen Projekten keinesfalls ihre Zustimmung erteilt. Die COPINH kritisiert weiter, dass es seit dem Putsch und in der gegenwärtigen Situation in Honduras für Oligarchen und ausländisches Kapital besonders leicht sei, ihre Interessen durchzusetzen.

Laut Berichten der Online-Ausgabe der Tageszeitung La Tribuna sollen 250 Megawatt Strom durch die neuen Kraftwerke erzeugt und dafür 750 Millionen US-Dollar investiert werden. (bh)