Kolumbien |

Indigenen-Geistlicher in Cauca ermordet

In der Nacht zum Montag haben im westkolumbianischen Departamento Cauca Unbekannte das spirituelle Oberhaupt einer indigenen Gemeinde vom Volk der Nasa getötet. Wie Bewohner im nördlichen Verwaltungsdistrikt Caloto dem Radiosender »Caracol Radio« am Montag mitteilten feuerten zwei bisher nicht identifizierte Bewaffnete die tödlichen Schüsse von einem Motorrad auf das Opfer Lizandro Tenorio Troche ab.

Zum Zeitpunkt seiner Ermordung nahm Tenorio an einer Friedensmahnwache gegen die aktuelle Militarisierung ihrer Gebiete teil. Seit Anfang Juli protestieren über zehntausend indigene Bewohner von Cauca gegen den Bürgerkrieg zwischen FARC-Guerilla und Staatsmacht. Von der Regierung fordern sie ein friedliches Ende des Gewaltkonflikts. Bei Gefechten zwischen FARC und Armee waren in Cauca zuletzt fünf Zivilisten getötet und mehrere Hundert verletzt worden.

Kolumbiens Verteidigungsminister Juan Carlos Pinzón verurteilte die Ermordung. »Derartige Handlungen sind Beleg für die Notwendigkeit der Anwesenheit der öffentlichen Gewalt im gesamten Staatsgebiet«, warnte Pinzón in einem Interview mit »Caracol Radio« vor weiteren »terroristischen und barbarischen Taten«. Nach FARC-Angriffen am Wochenende auf Elektrizitätsinfrastruktur war in der Hafenstadt Buenaventura der Strom ausgefallen.

Den Schaden dafür trage allein der »kolumbianische Arbeiter«, so der Minister, der sein Hauptquartier auf Anordnung von Präsident Juan Manuel Santos in die Krisenregion Cauca verlegt hat. Am Wochenende hatten die kolumbianischen Streitkräfte eigenen Angaben zufolge eine Großoffensive gegen die FARC-Gruppe »Samuel Cepeda Vargas« gestartet. Zum Tod von Tenorio hat die Guerilla-Organisation bisher keine Stellungnahme abgegeben. (bb)