Guatemala |

Indigenen-Führer Gerónimo Sol Ajcot ermordet

Der Indigenen-Führer Gerónimo Sol Ajcot wurde zu Beginn der Woche in der westguatemaltekischen Kleinstadt Santiago de Atitlán umgebracht. Der 68-Jährige war ein aktives Mitglied der Nationalen Koordination Indigener und Bauern (CONIC) und auf dem Weg zur Arbeit, als er von mehreren Angreifern überfallen wurde. „Sol Ajcot wurde von sechs schwer bewaffneten und vermummten Männern erschossen“, hieß es in einer Mitteilung von CONIC. Laut der Organisation habe der Aktivist bereits im vergangenen Jahr mehrere Morddrohungen erhalten. Jedoch sei von den Behörden keinerlei Untersuchung in diesem Zusammenhang eingeleitet worden.

Gerónimo Sol Ajcot ist nicht der einzige Aktivist, der seinen Einsatz mit dem Leben bezahlte. Erst vergangene Woche wurde auch der Vorsitzende der Gewerkschaft für Angestellte im Gesundheitswesen, Carlos Hernández, umgebracht. Hernández wurde in der Nähe der honduranischen Grenze angegriffen und erschossen. Das nationale Büro der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen (UN) forderte die guatemaltekische Regierung dazu auf, dringend Maßnahmen zu ergreifen, die den Schutz von Aktivisten in dem zentralamerikanischen Land garantieren. „ Es ist inakzeptabel, dass solche kriminellen Praktiken, die die Menschenrechte, wie das freie Recht auf Meinungsäußerung, verletzen, genutzt werden“, erklärte Alberto Brunori von den UN.

In Guatemala kamen in den ersten zwei Monaten dieses Jahres bereits mehr als 1.000 Menschen gewaltsam ums Leben. 90 Prozent durch Schusswaffen. Das mittelamerikanische Land konnte in den vergangenen drei Jahren seine extrem hohe Mordrate zwar bedeutend senken, hat aber trotzdem nach wie vor eine der höchsten Mordraten weltweit. (aj)