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Indigenen-Behörde wegen Verzögerung verurteilt

Brasiliens staatliche Indianerbehörde FUNAI ist wegen Verzögerungen zu einem Bußgeld von umgerechnet 170.000 Euro verurteilt worden. FUNAI hatte versäumt, der Landesregierung des Bundesstaates Mato Grosso do Sul wie vereinbart bis Mitte 2009 ein Gutachten über die Grenzziehung der Indio-Reservate vorzulegen, wie die brasilianische Presse am Dienstag berichtete.

Für die Verzögerung von über einem Jahr belegte die Justiz von Mato Grosso do Sul die FUNAI mit einem Bußgeld von umgerechnet 435 Euro pro Tag. Zudem wartet die Landesregierung auf ein weiteres FUNAI-Dokument, das weitere Schritte zur Einrichtung neuer Indio-Gebiete auflistet. Dieses Dokument sollte ursprünglich bis zum April 2010 beim zuständigen Justizministerium eingereicht werden.

In den Gutachten geht es um die zukünftige Demarkierung von traditionellen Siedlungsgebieten der indigenen Stämme in Mato Grosso do Sul. Die FUNAI hat nun weitere 60 Tage Zeit, die Gutachten vorzulegen. Anderenfalls würden unabhängige Gutachter mit der Arbeit betraut, so das Gericht. Die FUNAI müsse dann die anfallenden Kosten übernehmen.

Quelle: kna