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Indigene Völker fordern Recht auf Kommunikation ein

In Südmexiko ist am Sonntag, 13. Oktober, das II. Kontinentale Treffen der Indigenen Kommunikation (7.-13.Oktober) zu Ende gegangen. Die rund 700 indigenen Teilnehmer aus Lateinamerika fordern in einer Abschlusserklärung von ihren Staaten Gesetzesreformen, mit denen eine partizipative, nachhaltige Politik ermöglicht sowie der Besitz und die Leitung eigener indigener Kommunikationsmedien garantiert wird.

Die Internationalen Institutionen werden aufgefordert dafür zu sorgen, dass Artikel 16 der UN-Deklaration zu den Rechten indigener Völker eingehalten wird und Fälle von Kriminalisierung und Verfolgung indigener Medienschaffender aufgearbeitet werden.

Frequenzen und Finanzmittel für indigene Medien

In der Abschlusserklärung wird gefordert, den Zugang zu neuen Technologien zu gewähren sowie ausreichend finanzielle Mittel für indigene Medien. Außerdem werden mehr Radiofrequenzen verlangt und, dass indigenen Völkern auch digitale Frequenzen übertragen werden.

Nach Angaben der Organisatoren hatten sich zu zunächst 2.700 Personen, davon 1.300 indigene und einige nicht-indigene Medienschaffende aus Argentinien, Bolivien, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Nicaragua, Panama, Peru, Uruguay, Venezuela und dem Gastgeberland Mexiko zum Kommunikationsgipfel in Tlahuitoltepec (Oaxaca) angemeldet, so die mexikanische Tageszeigung „La Jornada“.

Umstrittene staatliche Finanzierung

Die Entscheidung der Organisatoren, das Gipfeltreffen auch mit rund 1,7 Mio. US-Dollar von der staatlichen mexikanischen Kommission zur Entwicklung der indigenen Völker (CDI) finanzieren zu lassen sowie den mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto zur Eröffnung einzuladen, hatte im Vorfeld des Gipfels für Unmut gesorgt. Einige Gruppen sagten ihr Teilnahme daraufhin wieder ab und kritisierten den Leiter des Organisationskomitees, Franco Gabriel Hernández, für eine Entscheidung, die er im Alleingang getroffen habe, berichtet die Nachrichtenagentur Servindi.

Das nächste Gipfeltreffen soll auf Vorschlag der Teilnehmenden in Bolivien stattfinden. Darüber müssen nun zunächst die indigenen Völker Boliviens entscheiden. (bh)