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Indigene Vertreter beraten über Widerstand gegen Staudämme

Mehr als 700 Vertreter verschiedener indigenen Völker, Wissenschafler und Vertreter von Umweltschutz- und Sozialorganisationen haben sich von 25. bis 27. August in der Stadt Itaituba im Bundesstaat Para zusammengefunden, um über eine gemeinsame Strategie im Kampf gegen die von der Regierung geplanten Staudammprojekte in der Amazonasregion zu diskutieren. Dabei wurden auch die Folgen der Großprojekte für die in den betroffenen Regionen lebenden indigenen Völker sowie für die Umwelt erörtert. An den Beratungen nahmen auch Vertreter des Indianer-Missionsrates der katholischen Kirche, CIMI, teil.

Bei den Staudämmen handelt es sich um die beiden Dämme in Santo Antonio und Jirau, beide am Madeira-Fluss im Bundesstaat Rondonia gelegen, den Damm in Teles Pires in Mato Grosso, die fünf Staudämme entlang des Rio Tapajos in Para sowie den Staudammkomplex entlang des Rio Xingu in Belo Monte, ebenfalls in Para.

Die Staudämme überfluten aufgrund der relativen Ebenheit des Gebietes weite Urwaldflächen und damit auch Land, das verschiedenen indigenen Völkern zugesprochen wurde. Zudem werden auch offiziell als Nationalparks ausgeschriebene Gebiete unter Wasser gesetzt, während durch das Aufstauen einige Flussläufe austrocknen werden. Auch auf die Tier- und Pflanzenwelt haben die Projekte eine teilweise verheerende Wirkung, so Experten.

Während der Beratungen in Itaituba wurde bekannt, dass Präsident Luiz Inacio Lula da Silva durch seine Unterschrift den Bau des Belo Monte Staudammes autorisiert hat. Damit ist der Weg frei für die Errichtung des drittgrößten Staudammes der Welt, der 2015 ans Netz gehen soll. Brasilien bezieht nahezu 90% seiner Energie aus der Wasserkraft. Aufgrund des rasanten Wirtschaftswachstums sieht die Regierung für die nächsten Jahre einen ansteigenden Strombedarf, der durch die neuen Wasserkraftwerke erzeugt werden soll. (milz)