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Indigene und Staat streiten um Naturattraktion

Das Zentrum für Menschenrechte in Chiapas wirft der Regierung vor, Indigene aus der Region um die Wasserfälle von Agua Azul gewaltsam zu vertreiben. In einem gestern veröffentlichten Schreiben kritisiert das Zentrum für Menschenrechte Fray Bartolomé de Las Casa (Frayba) die Regierung dafür, dem ökotourismus rund um die Naturattraktion Agua Azul den Vorzug vor den Rechten der Indigenen zu geben. Beide Seiten streiten um das bei Touristen und damit auch Investoren beliebte Gebiet. Die dort wohnenden Indigenen haben allerdings laut der mexikanischen Verfassung das Recht auf Selbstbestimmung und müssen in Entscheidungen über das von ihnen bewohnte Land einbezogen werden.

Frayba berichtet in diesem Zusammenhang von Zusammenstößen zwischen der Polizei und verschiedenen organisierten Gruppen der Indigenen im vergangenen Monat. "Mit Blick auf die lange Reihe von Konflikten in dieser Region wird klar, dass der Staat nicht eingreift, um Konfrontationen zu beenden, sondern diese selbst im Kampf um die territoriale Bestimmung hervorruft", heißt es in dem Schreiben. Bei einer Demonstration am 2. Februar sei eine Person getötet, eine verletzt und 117 Personen verhaftet worden. Mitglieder von „La Otra Campaña“ und der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) hatten im Eingangsbereich eines Touristenzentrums von Agua Azul gegen das Verhalten der Regierung demonstriert. Ein Großteil der Verhafteten wurde einige Tage später wieder freigelassen.

Am 7. und 8. März sollen laut der Informationen von Frayba weitere Demonstrationen stattfinden. Die Veranstalter fordern die Freilassung der Demonstranten, die Anerkennung der Rechte von Indigenen über ihr Land zu bestimmen und das Ende der Gewalt seitens der Polizei gegenüber Demonstranten und Mitgliedern von „La Otra Campaña“. (jm)

Quelle: adital