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Indigene steigen aus REDD-Programm der UNO aus

Der Dachverband der Indigenen Panamas (Coonapip) hat seinen Ausstieg aus dem UNO-Programm zur Reduzierung der Kohlenstoffemissionen durch Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung (REDD) bekannt gegeben und fordert nun Schutzmechanismen vor diesem Programm. Coonapip wirft UN-REDD /ANAM vor, sowohl die UN-Gesetzgebung als auch nationale Gesetze zu den Rechten indigener Völker bei der Vorbereitung eines REDD-Programms in Panama verletzt zu haben.

Bereits 2009 hatte Coonapip moniert, dass die panamaische Regierung gemeinsam mit dem Programm UN-REDD und dem Fonds FCPF Konsultationen durchgeführt habe, die nicht den nationalen und internationalen Regeln entsprachen.

In einer Erklärung von Anfang dieser Woche fordert der Dachverband nun auch Schutzmaßnahmen vor möglichen Auswirkungen eines UN-REDD-Programms in Panama. Coonapip kritisiert zudem in seiner Rücktrittserklärung vom Februar 2013, dass das UN-Programm und die Regierung in der Vorbereitungsphase „versucht haben, die kollektive Beteiligung der sieben indigenen Völker und zwölf nationalen traditionellen Strukturen der indigenen Völker, die in der Coonapip vereint sind, zu marginalisieren“. Durch juristische und administrative Hindernisse sei ein Durchführungsplan der Coonapip (Conapip Peip) behindert worden, der unter anderem Garantien und Schutzmechanismen für die indigenen Völker vorsah. Auch die Kommunikation mit den anderen Beteiligten sei ins Stocken geraten.

Fehlende Garantien und Kritik an Verhandlungsführung

Die Coonapip kündigte in ihrer Erklärung an, Klagen auf den UN-Klimakonferenzen (COP) und bei internationalen Gremien und Geldgebern zu lancieren, um rechtliche Garantien für ihre indigenen Völker zu erreichen. Coonapip beschuldigt zudem UN-Funktionäre und die panamaische Regierung, an den indigenen Organisationen vorbei mit Gemeindemitgliedern verhandelt und mit in Aussicht gestellten Geldern des Programms eine Spaltung der Indigenen bewirkt zu haben. Es seien Konsultationen durchgeführt worden, die in der Folge eine Privatisierung der Wälder Panamas zur Folge hätten, zitiert die Nachrichtenagentur Púlsar die indigene Dachorganisation.

UN-Vertreter hätten hingegen erklärt, dass der Schutz territorialer Rechte von jenen indigenen Völkern, die noch nicht über kollektive Landtitel verfügen, keine Priorität im Rahmen des Programms hätte, berichtet Púlsar. (bh)