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Indigene protestieren gegen Aufwertungspläne für WM

Im Rahmen der baulichen Vorbereitungen und Aufwertungspläne für die Fußballweltmeisterschaften 2014 und Olympia 2016 droht es in Río de Janeiro zu Zusammenstößen zwischen Polizei und protestierenden Indigenen zu kommen. Die aus Indigenen-Schutzgebieten angereisten Demonstranten waren am 13. Januar angereist, um die Räumung eines seit Jahren besetzten Museums für indigene Kultur zu verhindern, so lokale Medienberichte. Polizeieinheiten hielten das Gebiet auch am 14. Januar weiträumig umstellt.

Das »Museo del Indio« im Stadtteil Maracaná im Südosten der Millionenstadt unweit des berühmten Maracaná-Fußballstadions ist 148 Jahre alt und das erste seiner Art in ganz Lateinamerika. Nachdem die Abrisspläne vor sechs Jahren bekannt geworden waren wird die Anlage von 60 Indigenen von 17 verschiedenen Stämmen besetzt gehalten. Mitten im Herzen von Río sei so eine Insel gemeinschaftlichen indigenen Lebens entstanden, berichtet die spanische Tageszeitung »El País«.

Die Indigenen schlagen vor statt einem geplanten Einkaufszentrum das Kulturzentrum weiter aufrecht zu erhalten. Doch Stadtverwaltung und der Weltfußballverein FIFA haben andere Pläne und hoffen auf baldigen Baubeginn. Bei Räumungsversuchen durch die Polizei werde man jedoch Widerstand leisten. »Wir wollen keinen Krieg, aber wenn es nötig ist, werden wir in den Krieg ziehen«, zitiert der Online-Nachrichtendienst G1 mit José Urutao Guajajara einen der Besetzter. (bb)