Peru |

Indigene fordern Demokratisierung der Medienlandschaft

Das Landesweite Netzwerk indigener Medienschaffender (Redcip) hat in einer Erklärung am vergangenen Wochenende die Schaffung eines rechtlichen Rahmens gefordert, der Community-Radio und Community-Medien fördert. Außerdem wurden die Behörden aufgefordert, gegen Einschüchterungsversuche sowie die Diskriminierung indigener Medienschaffender, juristisch vorzugehen.

Die Erklärung wurde im Rahmen des Dritten Landesweiten Treffens indigener Medienschaffender verabschiedet, das am 17. August in Lima stattfand. Die Teilnehmenden unterstrichen in einer Deklaration, dass sie weiter an der Stärkung von Medienprojekten innerhalb ihrer Gemeinden wie auch für die Umsetzung des Rechts auf Kommunikationsmedien der indigenen Völker insgesamt eintreten werden.

Redcip fordert Anerkennung indigener Community-Medien

Die lokalen und nationalen Behörden werden aufgefordert, “die wichtige soziale und kulturelle Rolle die wir als indigene Medienschaffende haben, anzuerkennen und zu würdigen und unsere Kommunikationsarbeit uneingeschränkt zu respektieren”, so die Erklärung.
Obwohl im Telekommunikationsgesetz die Schaffung von Community-Medien vorgesehen sei, fehle der politische Wille, diese Regelungen umzusetzen. Der komplizierte und zentralisierte Antragsvorgang müsse vereinfacht und lokal abgewickelt werden können, so Redcip.

Bisher gibt es seit Einführung des neuen Telekommunikationsgesetzes in Peru im Jahr 2008 lediglich ein Community-Radio. Nach Angaben des peruanischen Medienwisschenschaftlers Carlos Ribadeneyra vom Weltverband der Community-Radios (Amarc) liegt dies an dem komplizierten Antragsverfahren, so dass viele indigene Gemeinden ohne Lizenz oder mit den einfacher zu bekommenden kommerziellen Lizenzen bzw. einer Lizenz für ein Bildungsradio arbeiten. (bh)