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Indigene erkranken nach Erdöl-Pipeline-Leck

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Mit Hunderten von Arbeitern versucht die Firma Petroperu Schäden in der Region Chiriaco zu beseitigen, die das Leck an einer Erdöl-Pipeline verursacht hat. Foto (Archivbild): Adveniat/Jürgen Escher

Nachdem seit einigen Tagen Öl aus einer Pipeline im peruanischen Amazonasgebiet austritt, mussten Regierungsangaben zufolge mindestens 20 Menschen ärztlich behandelt werden. Wie die das Gesundheitsministerium in Lima am Montag, 24. Juni 2019, mitteilte, seien indigene Bewohner der Gemeinde Nuevo Progreso in der Amazonasregion Loreto von Notfallteams versorgt worden. Demzufolge leiden die Betroffenen unter dem beißenden Ölgestank mit Symptomen wie starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Bisher habe man 13 Frauen und sieben Männer in Behandlung genommen. Neben kurzfristigen Gesundheitsschäden ist die langfristige Verschmutzung von Boden und Wasser eine dramatische Folge, weil die Menschen das Flusswasser nicht mehr trinken können. Auch Tierwelt und Ökosystem sind betroffen, weil das Öl im Marañón-Fluss die Fische und andere Lebewesen vergiftet.

Am Wochenende war eine Erdölpipeline der staatlichen Energiefirma Petroperu zum wiederholten Male Leck geschlagen. Das Unternehmen sprach laut der Nachrichtenagentur EFE von einem „kriminellen Akt“. William Patiwuan, der Sprecher der indigenen 5.000-Einwohnergemeinde Nuevo Progreso, dementierte diese Informationen als „Lüge“. Die Leitung verlaufe zwei Meter unter der Erde, „von dort läuft das Öl aus“, so EFE. Der Awajún-Indígen rief Staatspräsident Martín Vizcarra dazu auf, die Gegend zu besuchen. Der Staat müsse „sofort helfen“.

Von der Ölpest betroffen sind die Gemeinden Progreso, Atlántida, Gasolina und Puerto Elisa. Peru exportiert Erdöl hauptsächlich in die USA, nach Panama und Brasilien. (bb)
 

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